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Sonntag, 20. 5. '12
 
 


Mey-Liedchen
rezitiert von
Karin Maria Pagel





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Gedicht vom Vortage










Simon Dach  (1605 - 1659)


Mey-Liedchen


Komm / Dorinde / lass uns eilen /
Nimm der Zeiten Güt in acht!
Angesehen / das verweilen
Selten grossen Nutz gebracht /
Aber weißlich fortgesetzt /
Hat so manches Paar ergetzt.

Wir sind in des Frülings Jahren /
Lass uns die Gelegenheit
Forn ergreiffen bey den Haaren /
Sehn auff diese Meyen-Zeit /
Da sich Himmel / See und Land
Knüpffen in ein Heyrath-Band.

Wenn sich die Natur verjünget /
Liegt in Liebe kranck und wund /
Alles sich zu nehmen zwinget /
Thut sie frey dem Menschen kundt:
Daß sich Er / die kleine Welt
Billich nach der grossen Helt.

Still zu seyn von Feld und Püschen
Von dem leichten Heer der Lufft /
Da sich jedes will vermischen /
Jedes seines Gleichen rufft /
Hört man in den Wäldern nicht
Wie sich Baum und Baum bespricht?

An den Bircken / an den Linden /
Und den Eichen nimbt man wahr
Wie sich Aest' in Aeste binden /
Alles machet offenbahr
Durch das Rauschen / so es übt /
Daß es sey / wie wir / verliebt.

Lust betrübt / die man verscheübet.
Dieser Eyfer / dieser Brand /
Diese Jugend / so uns treibet /
Hat nicht ewig den Bestand /
Zeigt sich Wind- und Vogel-leicht /
Ist geflügelt / kömpt und weicht.

 

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Weiterführende Links

Wikipedia:
        Simon Dach

Verschiedene Dach-Übersetzungen (englisch)

Einflüsse auf Kirchenmusik (Essay, PDF)

Tagesgedichtmaschine als Computer-Programm (kostenlos)